Mit den Kindern draußen
In der vergangenen Woche gehe ich an zwei Vormittagen mit meinen beiden Kindern (6 und 2 Jahre) auf Entdeckungs-Streifzug durch die nahe Natur. Unsere erste Tour führt uns in einen Wald bei Krusenhagen, der größtenteils ein Mischwald ist und eine tolle ruhige Atmosphäre ausstrahlt. Bevor man von “Hof Redentin” aus den Wald betritt, passiert man ein Pferdegestüt. Als wir dort vorbeilaufen, bekommen einige Pferde gerade “neue Schuhe”, was für die Kinder natürlich super interessant ist. Umso größer werden die Augen, als beide vom Hufschmied kurzerhand jeweils ein ausrangiertes Hufeisen in die Hand gedrückt bekommen, das wir mit nach Hause nehmen.
Im Wald angekommen, bin ich begeistert und unheimlich stolz auf die beiden Kleinen. Sie haben unheimlich schnell verinnerlicht, dass es sich lohnt, sich im Wald leise zu bewegen, wenn man die Chance haben möchte, Tieren zu begegnen. Wir stromern also teilweise sogar flüsternd durchs Unterholz, setzen uns beobachtend an den Rand einer Lichtung, entdecken zahlreiche Pilze, pflücken und essen Brombeeren und sehen Trittsiegel in schlammigen Pfützen. Der Kleine ist davon überzeugt, dass die durchwühlte Erde hier und da durch einen Dinosaurier so hinterlassen wurde, während die Große ihn mit “Nein, das war ein Wildschwein!” korrigiert.
Für mich hat sich das Herumstreunen im Wald mit den Kindern doppelt gelohnt: Ich bin überzeugt davon, dass sich dieser Wald ausgezeichnet für Sitzplätze, Laubhüttenbau und sogar Feuermachen eignet. Denn etwa inmitten der “Redentiner Tannen” befindet sich eine Feuerstelle und ein überdachter Picknickplatz, den man dafür sehr gut nutzen kann. Zum Anderen merke ich, wie sich die Kinder sehr schnell unbekümmert und vertraut in der Wildnis bewegen und bin sehr glücklich darüber.
Einige Tage später bestätigt sich dieser Eindruck. Wir sind wieder auf der Wiese, an der wir schon vor etwa zwei Wochen Rehe entdeckt hatten und die ich vor etwa einer Woche für meine Sitzplatzsuche einmal genauer inspiziert hatte. Wir gehen langsam und flüsternd zu der Stelle, an der ich in der Dämmerung zwei Reihe entdeckt hatte. Und tatsächlich sehen wir bei unserer Ankunft das Hinterteil eines Rehes im dichten Unterholz verschwinden. Wir legen unsere Isomatte ins noch feuchte Gras und setzen uns darauf. Wieder sitzen wir für fast eine halbe Stunde ausschließlich flüsternd auf der Matte, snacken hin und wieder ein paar Chips, aber haben leider kein Glück: Unser Rehfreund zeigt sich uns leider nicht noch einmal.
Auf dem Rückweg belohnen wir uns mit Äpfeln und Brombeeren, die am Rande der großen Wiese wachsen. Auch Birnen und Kirschplfaumen und Zwetschgen sehen wir, aber die sind noch nicht reif und werden für den nächsten Besuch im Hinterkopf abgespeichert.